Live-Review: VNV Nation – COMPENDIUM 1995-2015

Live-Review: VNV Nation – COMPENDIUM 1995-2015

VNV Nation – COMPENDIUM 1995-2015

06.2.16, Bremen – Pier2
(Nachholtermin für die geplante Show am 19.12.2015)

Bereits seit 20 Jahren veröffentlichen VNV Nation eine Platte nach der nächsten und aus diesem Anlass wurde es Zeit, in einer dreistündigen Zeitreise, ein Best Of aus den vergangenen Jahren live darzubieten.

Leider musste im Dezember der eigentlich geplante Termin am 19.12. in Bremen wegen Krankheit von Sänger Ronan Harris ausfallen und konnte erst am 06.02.16 im Pier 2 (Bremen) nachgeholt werden. 4 weitere vorherige Dates fanden bereits im Dezember statt.

Ohne Vorband, wie bei den anderen Dates der Mini Tour im Dezember eigentlich üblich, ging es mit ein klein wenig Verzug, auf Grund der vielen Menschen dauerte der Einlass etwas länger, gut gelaunt und kraftvoll gegen halb 9 los. Die Empore im Pier2 war leider nicht geöffnet, der Innenraum aber äußerst gut gefüllt. Ronan freute sich sichtlich diese Show nachholen zu können und bedankte sich inständig bei allen für ihr Verständnis zur Situation und ihre Treue sowie für die vielen Genesungswünsche. Seine Stimme war angegriffen, so dass er mehrere Wochen nicht einen Ton von sich geben konnte, was für einen Sänger die wohl verheerendste Diagnose überhaupt ist. Aber es ist alles wieder gut und der sympathische Kopf der Formation demonstrierte auf beeindruckende Weise, dass es hier keinen weiteren Anlass zur Sorge mehr gibt.
Der Mitbegründer des Future-Pop lud herzlich zur gemeinsamen Party ein, bei der es gilt alles Negative, Probleme und Dinge über die man sich ärgert hinter sich zu lassen und einfach diesen Abend und das Ereignis von 20 Jahren VNV Nation zu zelebrieren. Ohne Widerspruch folgten die Besucher seiner Aufforderung! Immerhin wurde dieses Konzert auch videografisch aufgezeichnet.

Angekündigt waren u.a. „besondere Gastauftritte“, diverse Special und eine große Licht- und Videoshow. Die Specials waren einige Songs aus den Anfängen von VNV Nation, die einigen eher jüngeren Fans gänzlich neu erschienen. Man merkte schnell, welche Klassiker die Massen begeistern konnten und welche Songs eher unbekannt waren und daher mit weniger Elan begleitet werden konnten. Beispielsweise stand der großartige Song „Verum Æternus“ sonst eher im Hintergrund und wurde in diesem speziellen Rahmen nun auch live gewürdigt. Generell war die Stimmung super, viele tanzten vom ersten bis zum letzten Ton mit und folgten den Aufforderungen zum Gesangschor oder gemeinsamen Klatschen.

Die angekündigte Licht- und Videoshow war aus meinen Augen leider etwas zu kurz gekommen und eindeutig hinter den Erwartungen. Eine große Leinwand wurde gerade einmal zu 2/3 mit Projektionen genutzt, blieb aber bei vielen Songs unbenutzt. Teilweise wie z.b. beim Song „NOVA“ war das Zusammenspiel zwischen Lichtsetzung und Videoeinblendung extrem gelungen, leider konnte sich dieses Niveau nicht bei allen Nummern so wiederfinden lassen.

Der Gastauftritt bei dieser Show gebührte Stephan Groth von APOPTYKMA BERZERK, der mit ein wenig Ronan in der Zweitstimme, Kathys Song performte. VNV Nation haben vor Jahren einen Remix dieses APOP Klassikers gemacht. Auch hier hätte ich für eine Jubiläumsshow erwartet, dass die Gäste einen VNV Nation Song im neuen Gewand präsentieren und keinen ihrer eigenen Stücke. Der Auftritt von Stephan selbst war super, nur viel zu kurz und eben auch der einzige Gast an diesem Abend.

Natürlich fanden nahezu alle VNV Nation Balladen einen Platz in der Setlist und sorgten für Gänsehaut und hier und da konnte man auch ein Tränchen bei den Fans entdecken.

Nach ca. 2 Stunden war das Hauptset vorbei und die Band verließ die Bühne. Aber „Extralang“ bedeutet etwas anderes, und so gaben sie in zwei weiteren Zugabesets in weiteren 60 Minuten noch einmal Gas! Hier gab es etwas Probleme mit der Lichttechnik, was Ronan sichtlich verstimmt hat.
Die ersten Zugaben „Frika“ und „Procession“ sind zwei ganz alte Stücke der VNV Geschichte. Man sah einigen Fans nach dieser langen Zeit schon die Müdigkeit etwas an, die Beine wurden schwer und die Arme vom Klatschen müde, aber bei den jüngeren Stücken „Beloved“ und „Nova“ bot sich im Zugabenset noch einmal etwas Vertrautes, dass alle aus ihrer anfänglichen Müdigkeit herausriss.

Der Abend endete, nach über drei Stunden, mit dem obligatorischem „Perpetual“. Ronans etwas schnippischer Kommentar hierzu: „…wer dieses Stück nicht kenne war seit 2003 noch nie auf einem VNV Nation Konzert!“
Die Fans mobilisierten noch einmal die letzten Kräfte und schmetterten in gewohnter Manier mit, bis der letzte Ton verklang.

Mit einem Augenzwinkern und dem Verweis, dass man sich in 2016 sicherlich das ein oder andere Mal live sehen würde, verließen VNV Nation mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck die Bühne und luden zur gemeinsamen Autogrammstunde und Aftershow Party ein. Eine gelungene Konzertserie, wo man sich aber etwas mehr „Besonderes“ in der Ausarbeitung gewünscht hätte, fand somit in diese letzten Darbietung in Bremen sein Ende.

 

Setlist VNV NATION:
Foreword (vom Band)
01. Space & Time
02. Tomorrow Never Comes
03. Darkangel
04. Nemesis
05. Carbon
06. Epicentre
07. Legion
08. Streamline
09. The Great Divide
10. Control
11. Verum Æternus
12. Sentinel
13. Gratitude
14. Testament
15. Illusion
16. Standing
17. Homeward
18. Everything
19. Farthest Star
Zugabe I:
20. Frika
21. Chrome
22. Procession
Zugabe II:
23. Nova
24. Kathy’s Song (Come Lie Next To Me) (Victoria Mix) (Apoptygma Berzerk cover) (Gastauftritt von Stephan Groth)
25. Beloved
26. If I Was
27. Resolution
28. Perpetual

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