Live Review: Steel Panther – All You Can Eat Tour 2015

Live Review: Steel Panther – All You Can Eat Tour 2015

Steel Panther

 

Lang ists her, aber endlich ist der Glam-Hair-Metal auch zurück in Deutschland! Steel Panther, eine US-amerikanische Glam-Metal-Band aus Los Angeles, sind im Rahmen der „All you can Eat“ Tour ebenfalls in Deutschland unterwegs. Bereits seit dem Jahre 2000 begeistern die 4 Top Musiker Ralph Saenz (Michael Starr, Gesang), Russ Parrish (Satchel, Gitarre), Travis Haley (Lexxi Foxxx, Bass) und Darren Leader (Stix Zadinia, Schlagzeug) mit einer klischeehaft überzogenen Attitüde sowie durch ihre ironischen Texte, die vor allem Sex, Frauen und Drogenkonsum behandeln. Leichte Mitsing-Parts und Party-Beats gepaart mit einer belustigenden Live-Show sorgen für einen unvergesslichen Konzertabend. Die Party beginnt schon weit vor dem ersten Song der Band. Die Fans leiten mit glitzernden oder leo-musterartigen Leggins, Perücken, viel Bier und Songs von beispielsweise Bon Jovi den Abend ein.

 

The Lounge Kittens

Wer sind diese Lounge Kittens?
The Lounge Kittens are a Southampton based trio. Popular songs with a twist – all in 3 part harmony! Tuneful, cheeky, glamorous and geeky.

Die 3 attraktiven Damen interpretieren Metal-Songs im sexy Lounge-Gewand. Diese Wahl der Vorband passt perfekt und kommt super beim Steel Panther Publikum an.

Sie covern Slipknot, Rammstein und Queen – nur mit Piano und ihren Stimmen! Es waren alles bekannte Songs, so dass das Publikum direkt animiert war mitzusingen.

Die 3 sind großartige Musiker, stimmlich auf den Punkt und kreativ genug die den Staub auf den alten Klassikern in Gold zu verwandeln.
Ebenfalls begeisterte der trockene, schwarze britische Humor und die Interaktion mit dem Publikum.

Die Sängerinnen Jenny Deacon, Timia Gwendoline und Zan Lawther haben bereits auf dem Sonisphere mit Bravour vor Limp Bizkit gespielt. Da war es nur ein weiterer logischer Schritt sie auch dem Sleaze- und Glam-Metal Publikum auszusetzen.

 

Setlist:

  • Party Hard 
(Andrew W.K.cover)
  • Duality 
(Slipknotcover)
  • Last Resort 
(Papa Roachcover)
  • Sad But True 
(Metallicacover)
  • Run to the Hills 
(Iron Maidencover)
  • Chop Suey 
(System of a Downcover)
  • Firestarter / Smack My Bitch Up 
(The Prodigycover)
  • Sonne / Engel / Feuer frei (Bang Bang) 
(Rammsteincover)
  • Rollin 
(Limp Bizkitcover)
  • Gloryhole 
(Steel Panthercover)
  • The Sickness 
(Disturbedcover)

 

Anschliessend wurde es Zeit für etwas mehr Druck und Metal, anstatt Lounge und glasklaren Mädchen.Stimmen.

Mit einem langen, absolut dunklen Intro leiten Steel Panther sehr dramaturgisch zu einer fast 2h Show ein.

Sie lassen keine Chance aus, das weibliche Publikum um mehr Freizügigkeit zu bitten und mit Ansagen oder Gesten zum Sex mit ihnen aufzufordern. Wichtigstes Utensil auf der Bühne ist nicht etwa Gitarre und Mikrofon. Nein, Haarspray und ein mannsgroßer Spiegel um ihre Frisuren neu zu richten spielen hier eine größere Rolle.

Satchel hat sich eigens für diese Show ein neues T-Shirt gegönnt. Auf diesem Steht „The Guy next to me has einen kleinen Schwanz“…. Das Niveau war durchweg unter der Gürtellinie 😉
Selbstironie über doch schon 500 verkaufte Platten oder Details über den Vorteil von ungeschütztem Sex, da man ohnehin schon alle Krankheiten habe, brachten die Menge zum Lachen.

Man sollte sich und das Leben eben nicht zu ernst nehmen. Steel Panther zeigen wie man das eben genießt und, auch hier und da stumpf daherreden kann und dennoch erfolgreich ist. Das ausverkaufte DOCKS zeigt, dass dieses Konzept funktioniert.

Publikumsliebling ist eindeutig Lexxi Foxx, obwohl sich Satchel, der ja alles in der Band macht inklusive dem Sänger zu sagen dass er singen soll, die Songs zu schreiben, und die Jungs zur rechten Zeit auf die Bühne zu stellen, sich selbst gut in den Vordergrund spielt.
Er plaudert auch Geheimnisse aus, dass immerhin 60% von diesem alten Sänger Michael noch live gesunden werden. Nur 40% kommen vom Band!

Immerhin werden zwischen dem ganzen Entertainment auch einige Songs gespielt. Hierbei fällt auf, dass die „Oldies“ wesentlich besser begeistern als die Titel des neuen Albums. Auch hier wird gefeiert und mitgesungen, aber die wirkliche Eskalation gibt es erst bei den Klassikern wie „The Shocker“, „Asian Hooker“ oder „Community Property“.

Im Mittelteil gab es eine Art „Akustik Set“. Hier wurden die „Balladen“ zum Besten gegeben und Stix trat hinter seinem Schlagzeug hervor und unterstützte mittig auf der Bühne platziert am Piano.

Man muss neidlos anerkennen, dass alle 4 großartige Musiker sind und ihr Handwerk verstehen und dieses bis zur Perfektion beherrschen. Die ganzen Persiflagen und Seitenhiebe sollen vermutlich etwas davon ablenken.
Der Abend war durchweg gelungen und verschaffte jedem Besucher ein breites Grinsen auf dem Heimweg.

Setlist

  • Pussywhipped
  • Party Like Tomorrow Is the End of the World
  • Fat Girl (Thar She Blows)
  • Tomorrow Night
  • The Shocker
  • Hair Solo
  • 17 Girls in a Row
  • Gloryhole
  • If I Was the King
  • Guitar Solo
  • Ten Strikes You’re Out

 

Acoustic

  • Kanye
  • Weenie Ride 
(first verse and chorus)
  • Stripper Girl 
(until after second chorus)
  • Why Can’t You Trust Me 
(until after second chorus)
  • Girl From Oklahoma

 

  • Asian Hooker
  • Eyes of a Panther
  • Death to All but Metal

Encore:

  • Community Property
  • Party All Day (Fuck All Night)