Review: HIM – Abschiedstour Hamburg, 29.11.2017


Event:

Bang & Whimper Tour 2017 (The Farewell Tour) 

Ort:

Docks, Hamburg

Datum:

29.11.2017

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Die wohl bekannteste und erfolgreichste finnische Band hat ihr Ende bekannt gegeben. Nach über 25 Jahren Bandgeschichte ist seit Anfang März 2017 ihr Ende bekannt. Aber zu einem gebührenden Abschluss gehört auch eine letzte, erinnerungswürde Tour durch Europa.

In Deutschland konnte man die Finnen gleich zwei Mal in Hamburg, weiterhin in Berlin, Leipzig, München und Köln live erleben. Am ersten Showtag in Hamburg waren wir für euch dabei.

Wer das Glück hatte eine der wirklich rasend schnell ausverkauften Shows zu ergattern hatte als nächste Hürde den Einlass vor sich. Durch strenge Taschenkontrollen dauerte der Einlass pro Besucher länger als erwartet, so dass einige die Vorband BITERS nur von draußen hören konnten.

Die 4 Jungs aus Atlanta gehören zum Rock ´n Roll Genre Amerikas und sind bereits seit 2009 in dieser Formation unterwegs. 2017 veröffentlichten Sie ihr neues Album „The World is not what it used to be“ Ihren Stil kann man gut in den 70er Jahren begründen, feinster und traditioneller Rock ´n Roll, sehr gitarrenlastig und handgemacht. Das Publikum hatte sichtlich Spaß an den Beats und rockte mit dem langhaarigem Quartett mit. Nach nur 35 Minuten, vollgepackt mit 9 Songs und wenig Zeit für Unterhaltungen, war die Aufwärmphase für den Mann des Abends, Ville Valo, aber bereits vorbei.

Setlist
01. Low Lives
02. Restless Hearts
03. Stone Cold Love
04. Gypsy Rose
05. Hallucination Generation
06. American Girl
07. Loose From The Noose
08. Heart Fulla Rock n Roll
09. 1975

Noch immer sind nicht alle Besucher kontrolliert und die halbe Stunde Umbaupause wird zur Zerreißprobe. Schaffen es alle noch rechtzeitig zu Konzertbeginn in die Halle? Leider wurde die Bedingung der A4-großen Taschen nicht im Vorfeld kommuniziert und viele wurden wieder weggeschickt um ihre Taschen an dezentral aufgestellten Schließfächern im Freien vor dem Docks wegzuschließen. Dann musste man sich erneut hinten anstellen. Dieses Chaos führte natürlich auch zu einer großen missmutigen Stimmung.
Das Konzert ist restlos ausverkauft. Etwas von Vorteil für die noch um Einlass bittenden ist eine kleine Verspätung von HIM, die erst 21:15 Uhr statt wie geplant 21:00 Uhr begannen.
Selbst bei den ersten Klängen zu „Burried Alive By Love“ standen noch einige Besucher außerhalb des DOCKs. Dieses war bereits mehr als gut gefüllt, die Security hatten gut zu tun immer wieder zu erläutern, dass die Gäste nicht in den Rettungswegen stehen können und sich bitte andere Plätze suchen müssen. Hierbei waren sie zwar stets bestimmt, aber dennoch freundlich.
HIM warten mit einer grandiosen Setlist auf, die die HIM Bandgeschichte geprägt hat. Vom ersten Ton an wird euphorisch mitgesungen und immer wieder des Frontmanns Name geschrien. Natürlich sind besonders Hits wie „Join me“ oder „Killing Loneliness“ von Jubel begleitet und werden gefeiert.

Obligatorisch erzähle Ville hier und da kleine Anekdoten, die man wie üblich nur schwer verstehen konnte. Aber ein spontanes auf finnisch wiedergegebenes Geburtstagsständchen für eine der Besucherinnen war eine wirklich schöne Pauseneinlage.

Leider war die Bühnengestaltung eher schlicht. Ville Valo selbst hielt sich meist mittig im dunklen Bereich der Bühne auf. Wie gewohnt mit Mütze und Jackett gekleidet in meist einfarbigem Licht zwischen blau, lila und rot. Im Hintergrund zierte ein riesiges Metallgestänge in Heartagram-Form die Bühne, was man effektvoller hätte anleuchten können. Die Lichtshow passt super zu den Songs, hin und wieder hätte ich mir aber gewünscht die Emotionen in seinem Gesicht durch bessere Beleuchtung erkennen zu können.
Musikalisch war dieser Abend auf einem sehr hohen Niveau. Er zeigte sein gesamtes Repertoire an gesanglichem Geschick, variierte in den Refrains und zeigte, von melancholisch tief bis engelsgleich hohen Tönen, sein gesamtes Können.
Hier und da wurden Stimmen laut, etwas „jüngere“ Songs wären für die Setlist auch gut gewesen. Vom letzten Album „Tears on Tape“ kamen einige schöne Songs zu kurz.

Insgesamt haben sich HIM an diesem Abend mit knappen 105 Minuten Showtime, geschuldet der Verspätung am Anfang, gebührend von ihren Fans verabschiedet. Leider musste daher auch der letzte geplante Song „When Love And Death Embrace“ gestrichen werden.

Die Stimmung der Fans ist anschließend weniger traurig als erwartet, denn viele der Anwesenden werden am Folgetag nochmals das vermutlich letzte Konzert von HIM in den Hamburger Docks besuchen. Die Gesichter waren zumeist freudig schmunzelnd und so richtig wollte keiner glauben, dass man Herr Ville Valo nicht doch nochmal auf den Bühnen dieser Welt sehen wird.
Setlist
01. Buried Alive By Love
02. Heartache Every Moment
03. Your Sweet Six Six Six
04. Kiss Of Dawn
05. The Sacrament
06. Tears On Tape
07. (Rip Out) The Wings Of A Butterfly
08. Gone With The Sin
09. Soul On Fire
10. Wicked Game
11. Killing Loneliness
12. Poison Girl
13. Bleed Well
14. Heartkiller
15. Join Me (In Death)
16. Its all Tears
17. In Joy And Sorrow
18. Right Here In My Arms
19. The Funeral Of Hearts

20. Rebel Yell
( 21. When Love And Death Embrace )